Latein (Latinum = Nachweis über Kenntnisse der lateinischen Sprache)

 

Um eines vorwegzunehmen: Beim Lateinischen handelt es nicht um eine aktiv gesprochene Sprache, die der Kommunikation zwischen Menschen dient. Ist die lateinische Sprache deshalb tot und nicht wert erlernt zu werden? Nachfolgend viele gute Gründe Latein zu lernen.

 

Übersicht:

  1. Latein als Basissprache moderner Fremdsprachen
  2. Latein als "Universalschlüssel" zum Erschließen der Fach- und Wissenschaftssprache
  3. Latein als Schlüsselfach für die europäische Kultur
  4. Latein am Friedrich-Engels-Gymnasium
  5. Für wen ist Latein geeignet?
  6. Für wen ist Latein weniger geeignet?
  7. Entscheidungshilfe

 

1. Latein ist die Basissprache für viele moderne Fremdsprachen in Europa wie z.B. Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch etc.

 

Diese Aussage ist sprachgeschichtlich unbestritten, während die daraus resultierende Begründung, dass das Fach Latein deshalb das Erlernen der modernen Fremdsprachen erleichtere, durchaus in der Kritik steht. Dies gilt umso mehr, als dass einige moderne Fremdsprache am FEG ab der 5. bzw. 7. Klassenstufe angeboten werden, während Latein erst ab der 8. Klassenstufe belegt werden kann und sich somit das Verhältnis umkehrt. Positiv ausgedrückt: Wer in den Klassenstufen 5. bzw. 7. bilinguale Angebote in Anspruch genommen hat, der kann mit Latein als 3. Fremdsprache seine Sprachkenntnisse umso leichter erweitern und obendrein das Latinum als zusätzlichen Bildungsabschluss erwerben. Aber natürlich kann man auch Latein wählen ohne einen bilingualen Zug belegt zu haben.

 

 

2. Lateinkenntnisse als "Universalschlüssel" zum Erschließen der Fach- und Wissenschaftssprache sämtlicher Fachdisziplinen.

 

  • mental, rational oder irrational?
  • kausal, modal oder gar konzessiv?
  • Judikative, Legislative oder Exekutive?
  • permeabel oder nur semipermeabel?
  • kategorisch, optional oder fakultativ?
  • latent, fulminant oder extraorbitant?
  • subkutan oder intravenös?
  • Flexion, Subordination, Determination, Postulat?

 

Solche und andere Begriffe aus der Fach- und Wissenschaftssprache lassen sich leicht mit entsprechenden Lateinkenntnissen erschließen und ermöglichen darüber hinaus im Deutschen eine eloquentere Ausdrucksweise und einen flexibleren Umgang mit Sprache. Nichts sorgt für größere Belustigung, als wenn Fremdwörter in einem schiefen oder gar falschen Sinnzusammenhang gebraucht werden.

 

 

3. Neben dem Erwerb der Sprachkenntnisse gilt Latein als Schlüsselfach für die europäische Tradition in folgenden Bereichen:

 

- Literatur und Mythos
- Geschichte und Politik
- Philosophie
- Religion
- Kultur

 

 

4. Latein am Friedrich-Engels-Gymnasium:

 

  • Latein wird am FEG mit drei Wochenstunden unterrichtet.
  • Das aktuelle Lehrwerk ist Via Mea, welches ein modernes Lehrwerk ist und sich stark an der Didaktik moderner Fremdsprachen orientiert.
  • In den Jahrgangsstufen 8.-10. werden zwei Klassenarbeiten pro Halbjahr geschrieben.
  • Um das Latinum zu erwerben, ist es erforderlich, Latein bis zur 12. Jahrgangsstufe zu belegen und am Ende mindestens ausreichende Leistungen (Note 4) aufzuweisen.
  • In der 11. und 12. Jahrgangsstufe wird pro Schulhalbjahr eine Klausur geschrieben.
  • Es ist keine gesonderte Abschlussprüfung für das Latinum erforderlich.
  • In der 11. Jahrgangsstufe ist eine Rom-Fahrt (ca. 5 Tage) vorgesehen.

 

 

5. Für wen ist Latein geeignet?

 

Latein ist für diejenigen geeignet, die ohnehin sprachbegabt sind, Interesse an sprachlichen Strukturen (Grammatik, Formenlehre) oder Freude am sprachlichen Tüfteln und Knobeln haben. Es ist aber vor allem für diejenigen geeignet, die gerne sprachliche Strukturen erlernen möchten ohne aktiv sprechen zu müssen (Passive Sprachbeherrschung). Da nicht mehr zwischen Großem Latinum und Kleinem Latinum unterschieden wird, werden lateinische Texte nur vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt. Wer Interesse an der Geschichte des antiken Roms hat, der ist bei Latein bestens aufgehoben.

 

 

6. Für wen ist Latein weniger geeignet?

 

Latein ist unter Umständen für diejenigen weniger geeignet, die sich sehr schwer damit tun einen Zugang zu Sprache zu finden (mangelndes Sprach- oderTextverständnis). Ferner ist Latein weniger geeignet für diejenigen, die in aktive Kommunikation mit Mitmenschen treten möchten (aktive Sprachbeherrschung). Wer eine niedrige Frustrationsschwelle besitzt oder sich von der Formenvielfalt erschlagen fühlt, wird sich möglicherweise mit dem Lateinischen schwer tun.

 

Latein hat mit den modernen Fremdsprachen das Lernen von Vokabeln und das „Pauken von Formen“ gemeinsam! Daran führt leider kein Weg vorbei!

 

 

7. Kernüberlegung als Entscheidungshilfe: Brauche ich bzw. will ich mein Latinum?

 

Die am häufigsten angeführten Gründe für das Erlernen der lateinischen Sprache sind im Allgemeinen folgende:

 

Ich will mal etwas mit Sprachen machen.“

Ich will später Medizin studieren.“

Ich will später Jurist/Juristin werden.“

 

Und die häufigste Antwort darauf lautet: „Aber dafür benötigt man heutzutage kein Latinum mehr.“

 

Diese Einschätzung ist leider nur eingeschränkt richtig! Es stimmt zwar, dass das Latinum nicht mehr als Zugangsvoraussetzung z.B. für das Medizinstudium gefordert wird, aber dennoch müssen entsprechende Lateinkenntnisse in Zusatzkursen teils mühsam teils entgeltlich an einer Universität oder entsprechenden Einrichtungen erworben und nachgewiesen werden. Darüber hinaus verlangen viele Studiengänge, neben dem Regelstudium das Latinum als Voraussetzung für den Studienabschluss zu erwerben, was eine erhebliche Mehrbelastung im Studium darstellen kann.

 

Zu diesen Studiengängen können gehören:

- Allgemeine Sprachwissenschaft
- Germanistik
- Romanistik
- Anglistik
- Literaturwissenschaft
- Medizin
- Pharmazie
- Zahnmedizin
- Jura
- Geschichte
- Philosophie
- Theologie
- Archäologie
- Kunstgeschichte
- Musikwissenschaft
- etc.
 

Hier ist zu beachten, dass das Latinum als Zugangsvoraussetzung oder als Voraussetzung für den Studienabschluss von der jeweiligen Universität bzw. Studienordnung abhängig ist, die von Bundesland zu Bundesland stark variieren kann.

 

Im Allgemeinen gilt: Wer bereits in der Schulzeit sein Latinum erwirbt, eignet sich nicht nur ein breiteres Bildungsspektrum an, sondern hält sich vor allem für die spätere Studien- und Berufswahl alle Möglichkeiten offen!!

 

(Stand: März 2018)

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